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Experten-Talk #15: Tontechnik — Mit welchem Mikro soll ich auf die Bühne?

MIT TONTECHNIKER ROUVEN ÖTTJES

Heu­te spre­che ich mit einem Exper­ten aus der Live Event Bran­che, des­sen Arbeit am bes­ten ist, wenn man sie gar nicht bemerkt. Umso mehr tut es dann weh – wenn sie nicht läuft:  die Ton­tech­nik. Dazu habe ich Rou­ven Ött­jes auf die Impulspiloten Couch ein­ge­la­den, um mir spe­zi­ell zur Ver­wen­dung der rich­ti­gen Mikro­fon-Art auf der Büh­ne wich­ti­ge Tipps abzuholen.

WARUM TONTECHNIK?

Beson­ders auf Busi­ness-Events geht es auf der Büh­ne um die Prä­sen­ta­ti­on und Ver­mitt­lung von Infor­ma­tio­nen an das Publi­kum. Die Sprach­ver­ständ­lich­keit hat daher die höchs­te Prio­ri­tät. Kommt der Ton nicht sau­ber bei den Zuhö­rern an, ent­steht eine rie­sen Hür­de zwi­schen dem Publi­kum und dem Büh­nen­ge­sche­hen. Rou­ven sieht sei­ne Funk­ti­on  als Ton­tech­ni­ker daher in ers­ter Linie als Laut-Macher und Tontransporteur.

Ganz so ein­fach ist es dann natür­lich auch wie­der nicht, denn es muss im bes­ten Fall von der Ton­tech­nik jeweils das bes­te Werk­zeug für die ent­spre­chen­de Situa­ti­on gefun­den werden.

Allein bei der Aus­wahl der ent­spre­chen­den Mikro­fon-Art gilt es, die Rah­men­be­din­gun­gen gut im Blick zu haben, um ein best­mög­li­ches Ton­er­geb­nis zu produzieren.

DIE WAHL DER WAFFEN – WELCHES MIKROFON SOLLTE ES SEIN?

Bei einer Rede, einem Vor­trag oder einer Prä­sen­ta­ti­on soll der Ton mög­lichst sau­ber beim Publi­kum ankom­men. Wel­ches dafür die opti­ma­le Mikro­fon­wahl ist, hängt von eini­gen Fak­to­ren ab, die es zu beden­ken gilt.

  • Hand­mi­kro­fon

Das Hand­mi­kro­fon – oder auch Hand­sen­der genannt, ist der Klas­si­ker unter den Mikro­fo­nen. Ton­tech­nisch ist es am ein­fachs­ten zu han­deln, denn je näher das Mikro am Mund ist, des­to bes­ser ist der Ton.
Doch genau hier liegt die Schwie­rig­keit für unge­üb­te Red­ner. Wer es nicht gewohnt ist, sei­ne Stim­me ver­stärkt zu hören emp­fin­det das meis­tens als unan­ge­nehm. Ergeb­nis: Das Mikro­fon wan­dert immer wei­ter vom Mund weg, bis es irgend­wann auf Bauch­na­bel­hö­he ange­kom­men ist. Man macht dann den „Bauch­red­ner“.

Tipp von Rou­ven: Das Mikro wie eine lecke­re Eis­tü­te hal­ten – immer nah man Mund!

  • Head­set

Wer die Hän­de beim Reden frei haben muss, für den eig­net sich eher ein Head­set – oder auch ganz kor­rekt: Nacken­bü­gel-Mikro­fon. Bei die­sem Modell wird der Mikro­fon­kopf von einem klei­nen Draht­bü­gel im Nacken direkt neben dem Mund­win­kel platziert.

Eine sehr belieb­te Ver­si­on, bei der man frei spre­chen und gleich­zei­tig auch frei ges­ti­ku­lie­ren kann.

Lei­der optisch in man­chen Fäl­len nicht die aller­schöns­te Lösung.

  • Ansteck­mi­kro

Das Kra­wat­ten-oder Ansteck­mi­kro­fon, Lava­lier genannt, hat ähn­lich wie das Head­set den Vor­teil der frei­en Rede und der frei­en Hän­de. Dar­über hin­aus kann es mit etwas Geschick so am Revers oder der Kra­va­t­te ange­bracht wer­den, dass es so gut wie nicht auffällt.

Der gro­ße Nach­teil besteht dar­in, dass der Ton­ab­neh­mer in die­ser Ver­si­on sehr weit von der eigent­li­chen Ton­quel­le, dem Mund, ent­fernt ist. In Live-Situa­tio­nen besteht damit die Gefahr, dass das Ansteck­mi­kro auch uner­wünsch­te Töne mit auf­nimmt und eben­so ver­stärkt. Genau dann kommt es zu einem unsau­be­ren Ton. Im schlimms­ten Fall ent­steht, wenn der Spre­cher sel­ber über einen Moni­tor ver­stärk wird, die gefürch­te­te Rückkoppelung.

  • Fes­tes Rednerpult

Uns Impulspiloten sind fes­te Red­ner­pul­te aus Sicht einer guten Event-Dra­ma­tur­gie zwar ein schlim­mer Dorn im Auge (sie­he Bei­trag 5 Event-Tabus), aus ton­tech­ni­scher Sicht haben sie jedoch den ein oder ande­ren Vor­teil vorzuweisen.

Ein Red­ner­pult steht an einem fes­ten Platz auf der Büh­ne und die ver­bun­de­ne Ton­tech­nik ist, im Gegen­satz zu Funk­mi­kro­fo­nen, kabel­ge­bun­den. Damit mini­miert sich eine häu­fi­ge Feh­ler­quel­le in der Ton­über­tra­gung. Dar­über hin­aus ist der Ton­ab­neh­mer am Red­ner­pult meist ein Schwa­nen­hals-Mikro­fon und kann im Opti­mal­fall dicht am Mund posi­tio­niert wer­den und dadurch einen guten Ton abnehmen.

PROMIS, PANNEN UND DAS LIEBE LICHT

Ihr seht, die Wahl des Mikro­fo­nes ist stark von der ent­spre­chen­den Vor­trags­si­tua­ti­on, der Vor­trags­wei­se, aber auch vom ästhe­ti­schen Emp­fin­den abhängig.

Schaut euch das kom­plet­te Video mit Rou­ven an, dann bekommt ihr ganz neben­bei von Rou­ven Ött­jes noch ein paar hilf­rei­che Tipps zum The­ma Licht auf der Büh­ne und beim Ein­satz von Power­Point Prä­sen­ta­tio­nen. Was so alles schief gehen kann und auf wel­che Mikro­fo­ne Vor­trags­pro­fis wie Barack Oba­ma oder Ste­ve Jobs setzen.

Nächs­ten Monat geht mit einer neu­en Exper­ten-Run­de wei­ter. Ich hof­fe, Ihr seid wie­der dabei!

Bis dahin – bleibt flexibel

Euer Ralf Schmitt

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